Spätestens seit der Reaktorkatastrophe in Japan denken viele Menschen über sauberere Möglichkeiten der Energiegewinnung nach. Bereits seit einigen Jahren blitzen auf zahlreichen deutschen Dächern Photovoltaik-Anlagen und Solarkollektoren, um die Energie der Sonne zur Stromgewinnung und Wassererhitzung zu nutzen. Eine weitere Möglichkeit der Nutzung erneuerbarer Ressourcen ist die Windkraft. Diese rückt aktuell immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit – nicht nur für Großinvestoren. Die großen Anlagen der Eifel oder an der Küste Niedersachsens werden schon bald kleinere Kollegen bekommen. Die großen Windräder kommen auf eine Größe von bis zu 100 Metern und drehen ihre Rotorblätter mit je einer Länge von 60 Metern. Die Mini-Windräder, sogenannte Kleinwindanlagen, geben sich diesbezüglich etwas bescheidener. Schließlich sollen sie auf den Grundstücken von Landwirten oder Eigenheimbesitzern installiert werden. Die kleinen Windräder unterteilen sich grob in drei Klassen: Bis zu 100 Kilowatt (kW) erzeugen Mittelwindanlagen, Minigeräte schaffen 30 und Mikrowindanlagen bis zu fünf Kilowatt. Mit einer solchen Fünf-KW-Anlage könnte man zehn bis zwanzig Kaffeemaschinen in der Stunde pausenlos laufen lassen.

Für Kleininvestoren schwierig erscheint bisher die Unübersichtlichkeit des Marktes. Der Kunde hat eine schier endlose Auswahl an Bauelementen. Diese unterscheiden sich zum Teil stark bezüglich der gewählten Bauform sowie der entsprechenden Preise. Je Kilowatt Nennleistung reichen die Preise von 2.000 bis 10.000 Euro für eine Anlage. Hinzu kommt, dass sich die Rentabilität einer Windanlage stark nach dem Standort richtet. So herrschen auf den Bergen oder an der Küste andere Windverhältnisse als in dichter besiedelten Gebieten. Bäume oder Häuser mindern den Ertrag signifikant. Darüber hinaus ist die Höhe der Anlage entscheidend. Investoren sollten bei ihren Analysen beachten, dass sich eine Installation erst ab Windgeschwindigkeiten von durchschnittlich sieben Metern pro Sekunde lohnt. Die Leistung des Rades steigt wiederum mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass ein Betreiber das achtfache an Strom gewinnt, wenn sich der Windspeed verdoppelt. Um verlässliche Zahlen zu ermitteln, empfehlen Experten eine langfristige Windanalyse am Standort. Bei der Investition in technische Geräte empfiehlt es sich, die internationale Standard-Norm IEC 61400-2 zu berücksichtigen. Für den Bau benötigt man ab einer Höhe von zehn Metern eine Genehmigung des örtlichen Bauamtes. Hier wird das Wohnumfeld analysiert und überprüft, welchen Einfluss das Rad auf Schattenwurf und Lärmpegel hat. Mögliche Gutachten erhöhen die Investitionskosten. Anlagen unter zehn Metern sind dagegen lediglich anzeigenpflichtig.